Nur Digitalisierungsverlierer bleiben in Zukunft sichtbar!

Düsseldorf/Hamburg/München/Rottendorf,

Statement von Hans-Peter Holl, Vorstand Geschäftsbereich Versicherungswirtschaft, enowa AG, zum FAZ-Artikel „Die Digitalisierungsverlierer werden bald sichtbar“, 27. Juni 2018, von Philipp Krohn

Der am 27. Juni 2018 von Philipp Krohn in der FAZ erschienene Artikel „Die Digitalisierungsverlierer werden bald sichtbar“ fasst ein Round-Table-Gespräch über digitale Plattformen in Berlin vom 26. Juni 2018 zusammen. Der Artikel weist auf wesentliche Punkte hin, die Versicherungsunternehmen lösen müssen, um zukunftsfähig zu bleiben. Nach Meinung von Hans-Peter Holl, Vorstand Geschäftsbereich Versicherungswirtschaft des Beratungsunternehmens enowa AG, gehen die angesprochenen Maßnahmen jedoch nicht weit genug. Gerade in zwei Punkten muss ein Umdenken in der Versicherungswirtschaft stattfinden: Zum einen müssen der Nutzen für zukünftige Kunden und damit auch das Konsumverhalten im Mittelpunkt aller Entscheidungen stehen; zum anderen müssen technologische Schnittstellen über den branchenüblichen Standard BiPRO hinaus von Versicherungen bereitgestellt werden.

Technik nur ein Mittel, um Kundennutzen zu steigern

„Jürgen Moll, Vorstand des Maklerunternehmens A.S.I., verdeutlicht beim Round Table die wichtigste Fragestellung im Artikel, denn er betont die Wichtigkeit, zunächst über den Kundennutzen nachzudenken und nicht über die technischen Möglichkeiten“, führt Hans-Peter Holl aus. „Dem kann ich nur zustimmen und möchte ergänzen, dass es in letzter Konsequenz jedoch auch bedeutet, zu überlegen, ob ich meine Kunden überhaupt noch direkt als Versicherer erreichen kann.“ Näher am Kundennutzen bedeute, näher am Konsumverhalten des Kunden zu sein, nicht unbedingt näher am Kunden selbst. Anstatt Versicherungen direkt abzuschließen, würden Verträge laut Holl zunehmend direkt am Point of Sale mit dem Produkt selbst abgeschlossen werden. Bei welcher Versicherung dies dann geschehe, sei für den Kunden zunächst uninteressant.

„Versicherer müssen sich darauf einstellen, verstärkt als reiner Risikoträger im Hintergrund aufzutreten. Wir fassen diese Absatzstrategie bei enowa unter dem Namen ‚Invisible Insurance‘ zusammen, da die Versicherungen als Dienstleister beim Endkunden kaum mehr wahrgenommen werden. Versicherer müssen sich hierbei starke Partner mit einer breiten Kundenbasis suchen, z. B. im Einzelhandel oder Immobiliensektor, und technologisch auf offene Systeme umrüsten“, so Holl.

„Nur Digitalisierungsverlierer bleiben in Zukunft sichtbar!"

Damit Versicherer zukünftig auf Kooperationspartner setzen können, müssen IT-Systeme hoch automatisiert und effizient arbeiten sowie flexibel und kostengünstig individuelle Anforderungen der Kooperationspartner erfüllen können. Der FAZ-Artikel geht in puncto Standardisierung auf die Wichtigkeit von Branchenstandards ein und erläutert die bedeutsame Aufgabe, die dem Brancheninstitut Prozessoptimierung (BiPRO) dabei zufällt. „Die Arbeit der BiPRO ist im Hinblick auf die Digitalisierung enorm wichtig. Auch wir von enowa engagieren uns hier seit über zehn Jahren“, erläutert Holl weiter. „Dies gilt jedoch nur innerhalb der Versicherungsbranche. Man muss sich bewusst sein, dass die IT-Systeme der neuen Netzwerkpartner, im Gegensatz zu den Systemen klassischer Vertriebspartner wie Makler, auf absehbare Zeit keine versicherungsfachlichen Standards wie BiPRO unterstützen werden. Stattdessen setzen diese auf globale Schnittstellenstandards wie RESTful APIs. Eine Herausforderung für Versicherer, derer sich die wenigsten bewusst sind. Um sich zukünftig jedoch strategische Absatzwege über Partner zu erschließen und somit als Digitalisierungsgewinner aus dem aktuellen Wandel hervorzugehen, müssen jetzt die richtigen Kooperationen eingegangen und technologischen Schritte hin zu einem digitalen Ökosystem vollzogen werden.“

Um diese Vorhaben IT-technisch in Deutschland zu betreuen, sei die enowa AG daher im Frühjahr 2018 eine strategische Partnerschaft mit dem dänischen Softwareunternehmen TIA Technology eingegangen. TIA verfügt über ein offenes IT-System, das bereits über 60 Versicherungen/Insurtechs international nutzen und das genau für den beschriebenen Einsatz konzipiert und entwickelt wurde. Durch die Partnerschaft stehe das System nun auch deutschen Unternehmen zur Verfügung.

 

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Copyright: "Die Digitalisierungsverlierer werden bald sichtbar", F.A.Z., 27.06.2018, Philipp Krohn, © Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt. Zur Verfügung gestellt vom Frankfurter Allgemeine Archiv