Avatar of Yvonne GraßlYvonne Graßl, 07. März 2019

Motivation durch Agilität

Sie haben Projektverantwortung, sind Projektleiter oder Manager? Dann kennen Sie das: Immer neue Tools und Techniken sollen uns den Projektalltag erleichtern, Projektdurchführung unterstützen und Projekte damit erfolgreich machen. Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass es Menschen sind, die im Unternehmen Wert schaffen und die richtigen Produkte für unsere Kunden entwickeln. Ihre Motivation und Zufriedenheit hat besonders im Zeitalter von Fachkräftemangel und Spezialisierung einen entscheidenden Einfluss auf den langfristigen Erfolg eines Unternehmens. Vor allem in Projekten gehört die Motivation des Teams zu den wesentlichen Erfolgsfaktoren. Doch wie passt Motivation in unsere heutige, schnelllebige, komplexe Arbeitswelt, die eher Unsicherheit schafft und damit demotivierend wirken kann? Neue Projektmanagementmethoden wie das „Agile Framework“ zeigen uns durch ein neues Mindset und innovative Lösungsansätze, wie komplexe Vorgänge in überschau- und damit überwindbare Etappen unterteilt werden können. Können sie uns damit auch bei der Motivation unserer Mitarbeiter helfen? Wir von der enowa AG unterstützen unsere Kunden bereits seit Jahren im agilen Umfeld und haben dabei die Motivation als Erfolgsfaktor immer im Blick:  

Multifunktionale Teams als Kern des Ganzen

In den 90er Jahren tauchen im Zusammenhang mit dem Begriff „agile Manufacturing“ zum ersten Mal multifunktionale Teams auf. Zusammen mit einer starken Kundenorientierung stellen sie den Kern des agilen Vorgehens dar, wie wir es heute kennen. Die Teams arbeiten so eng am Kunden, dass ein entsprechend hoher Grad an Selbstverpflichtung herrscht und sie sich gegenüber dem Kunden als ergebnisverantwortlich zeigen müssen. Dies führt zu einer ausgeprägten Selbstverantwortung der Mitarbeiter. Aber auch zu deren Motivation?

Wie können Sie durch agiles Arbeiten Ihre Mitarbeiter zusätzlich motivieren?

Motivation, abgeleitet vom lateinischen Begriff „movere“ (bewegen, antreiben), kann als theoretisches Konstrukt von außen weder unmittelbar beobachtet, noch gemessen werden. Ein Modell zur Arbeitsmotivation, das hier herangezogen werden kann, ist die „2-Faktoren-Theorie“ nach Herzberg. Auf Basis von Befragungen identifizierte dieser zwei Faktoren, die die Zufriedenheit im beruflichen Kontext maßgeblich beeinflussen: Motivatoren wie Anerkennung und Verantwortung auf der einen Seite und Hygienefaktoren wie Arbeitsbedingungen und Unternehmenspolitik als Rahmenbedingungen auf der anderen. Auf Grundlage dieser Theorie entwickelten Hackman und Oldham das „Job-Characteristics Model“. Dieses beschreibt, dass eine hohe Arbeitsmotivation nur dann entstehen kann, wenn eine Arbeitsaufgabe die Merkmale der Anforderungsvielfalt, Ganzheitlichkeit, Bedeutsamkeit sowie Autonomie und Rückmeldungen berücksichtigt. Agile Ansätze wie SCRUM können genau dies leisten.

Als enowa erleben wir in unserer täglichen Praxis, dass die Zerlegung des Gesamtprojektes in kleine Iterationen nicht nur die Komplexität des Projektes in seiner Gesamtheit verringert, sondern auch ermöglicht, dass zusammenhängende Aufgaben von einer Person bearbeitet werden können. Dies fördert nicht nur die Ganzheitlichkeit einer Tätigkeit, sondern auch deren Anforderungsvielfalt, denn klassischerweise werden Aufgaben an jene Mitarbeiter vergeben, die bereits Erfahrungen damit gemacht haben. Die Anforderungsvielfalt einer Aufgabe ist jedoch umso höher, je häufiger diese einen Wechsel von Fähigkeiten und Kenntnissen eines Teammitglieds erfordert. Durch das Arbeiten in selbstorganisierten, multifunktionalen Teams, in denen Aufgaben nicht top-down vergeben werden, bietet sich Mitarbeitern die Möglichkeit, zumindest in begrenztem Rahmen neuartige Tätigkeiten zu übernehmen.

Kurze Status-Meetings wie das „Daily“ ermöglichen es Mitarbeitern darüber hinaus, die eigenen Aufgaben in den Kontext des Gesamtprojektziels einzuordnen. Dies sichert neben der Retrospektive am Ende eines jeden Sprints regelmäßige, positive wie negative Rückmeldungen. Die Aufgabenvielfalt wie auch die regelmäßigen Rückmeldungen zu ihrer Arbeit bieten den Projektmitgliedern Orientierung und fördern deren Arbeitsmotivation.

Autonomie beschreibt vereinfacht die empfundene Verantwortung für eine Tätigkeit. Verantwortlich für Ergebnisse sind heute in der Regel immer noch Sie als Projektleiter. Im SCRUM-Mindset trägt die Verantwortung jedoch zunächst das gesamte Team, keine einzelne Rolle. Insbesondere auch weil jedes Teammitglied die Art und Weise, wie eine Aufgabe gelöst wird, selbst definieren muss.

Dies alles führt dazu, dass agile Teams ihre Aufgaben als bedeutsam wahrnehmen können. Jede Aktivität trägt sichtbar einen wesentlichen Anteil zum Erreichen des Sprint- beziehungsweise Projektziels bei. Von der Planung, wie und welche Aufgaben erledigt werden, über die Einbettung der eigenen Tätigkeit in den Gesamtkontext, bis hin zur Übergabe des Ergebnisses an den Kunden, sind alle Teammitglieder stets eingebunden und verantwortlich. Die Einbindung über den gesamten Projektverlauf hinweg steigert die Motivation eines jeden Einzelnen und trägt positiv zum Projekt bei.

Mitarbeiter erleben ihre Aufgabe als bedeutsam, übernehmen Verantwortung und erlangen Wissen über die Qualität der eigenen Tätigkeit. Wenn Sie und Ihr Unternehmen bereit sind, alte Strukturen aufzubrechen und agile Projektmanagementmethoden anzuwenden, können sie die Motivation ihrer Mitarbeiter steigern. Denn mit Methoden wie SCRUM stellen Sie den Faktor Mensch wieder mehr in den Fokus Ihrer Projekte. 

 

Für einen tieferen Einblick zu den Motivationstheorien besuchen sie bitte http://www.wirtschaftslexikon24.com/d/zwei-faktoren-theorie/zwei-faktoren-theorie.htm und https://www.tutor2u.net/business/reference/hackman-oldhams-job-characteristics-model

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