Avatar of Carsten BörnerCarsten Börner, 10. Januar 2018

Wie die Technologie rund um das autonome Fahren uns inspirieren kann

"Ob wir es mögen oder nicht, langsam, aber sicher übernehmen die Roboter den Job des Autofahrers." Was das US-Magazin Popular Science schon 1958 prophezeite, ist 2017 Wirklichkeit geworden. Fahrerassistenzsysteme werden immer umfangreicher und ausgereifter integriert, längst gibt es vollständig selbstfahrende Autos, BMW will sicheres autonomes Fahren bis 2021 zur Serienreife bringen. Auch ist sich die Branche weitgehend einig, dass sich das autonome Fahren im Laufe der 2020er Jahre weitgehend durchgesetzt haben wird.

Die Automobilindustrie liefert sich ein globales Formel-1-Rennen. Fieberhaft wird – Hand in Hand mit der IT-Industrie an der Weiterentwicklung der neuen Technologie gearbeitet. Besonders spannend dabei: Die Digitalisierung erfordert ein radikales Umdenken bei allen Beteiligten, die unterschiedlichsten strategischen Szenarien werden entworfen, Disruption ist das entscheidende Stichwort.

Doch die Herausforderungen rund um das autonome Fahren sind groß und in welche Richtung sich die verschiedensten Konzeptionen weiterentwickeln, das steht in vielen Bereichen noch völlig offen.

"Wenn es keinen Spaß macht, ist es kein Auto" – zweigleisige Freude am Fahren

Der aktuellen Studie „Automotive Disruption Radar“ von Roland Berger zufolge, würden sich schon heute fast die Hälfte (46 Prozent) aller Konsumenten weltweit kein Auto mehr kaufen, wenn sie autonom fahrende Taxis, sogenannte Robocabs, kostengünstiger nutzen könnten.

Dem steht eine Umfrage von Statista aus dem Jahr 2016 gegenüber, nach der fast die Hälfte aller Deutschen der Entwicklung des autonomen Fahrens skeptisch gegenüberstehen. 61 Prozent der Deutschen würden sich kein eigenes selbstfahrendes Fahrzeug kaufen. Die Sorge um die Sicherheit sowie der Spaßfaktor sind die Hauptargumente der Skeptiker.

Beide Studien zeigen einen Trend, der sich auch in anderen Industriezweigen erfolgreich durchgesetzt hat: Der Kunde agiert nicht mehr als Käufer, sondern als Mieter – ergo: Die Automobilbranche entwickelt sich vom Hersteller zum Dienstleister. Damit befindet sie sich in der größten Umbruchphase ihrer Geschichte: Bei den Konkurrenten handelt es sich nicht mehr nur um Unternehmen aus dem eigenen Industriesektor, sondern um IT-Riesen wie Google oder Uber. Damit ist ein globaler, branchenübergreifender Marathon um neue digitale Geschäftsmodelle rund um die „High-Tech-Engine“ Automobil gestartet, der Höchstleistungen, Durchhaltevermögen und vor allem einen enormen Investitionsaufwand erfordert.

Doch die Statista-Umfrage zeigt auch: Mensch und Auto, das ist gerade in Deutschland eine der engsten symbiotischen Beziehungen in unserer Gesellschaft. Was bleibt dann eigentlich von der „Freude am Fahren“, wenn dem Menschen buchstäblich das Lenkrad aus der Hand genommen wird? Die emotionale Bindung des Besitzers bzw. Fahrers an sein Auto verlieren die Autobauer nicht aus dem Blick und das sollten sie auch nicht. Denn immerhin erwirtschaftet beispielsweise bei BMW das Premiumsegment, das durch Dynamik, puren Fahrspaß und Motorstärke bei Autoliebhabern die Herzen höherschlagen lässt, weiterhin den größten Anteil der Gewinne. Wird sich diese zahlungskräftige Klientel davon überzeugen lassen, dass Gefahrenwerden genauso schön sein kann wie selbst fahren? Es wird spannend, ob diese Käuferschicht durch die digitale Intelligenz im Auto, den dadurch zusätzlich geschaffenen Komfort und futuristisches Design für das autonome Fahren gewonnen werden kann. Gegenwärtig ist zweigleisiges Fahren in jedem Fall ein gutes Konzept.

Unternehmensphilosophie und Produkt, Mensch und Technologie – eine starke Connectivity sichert den Erfolg

Die Herausforderungen rund um das autonome Fahren sind komplex und stellen sich – wie die Studien zeigen – nicht nur im technologischen und produzierenden Bereich, sondern auch auf der strategischen, (unternehmens-)politischen wie soziokulturellen Ebene. Connectivity ist das Schlüsselwort für den Erfolg! Unternehmen müssen Vernetzungen herstellen, innerhalb ihres Unternehmens fachübergreifend, d.h. weg vom Silo-Denken, und global, mit und durch die Technologien sowie zwischen Mensch und Technologie. Produktidee, -konzeption und -herstellung, die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle bis zur Etablierung auf dem globalen Markt und innerhalb der Gesellschaft – all diese Faktoren müssen eingebettet sein in eine Unternehmensphilosophie der Vernetzung. Dabei steht der Mensch nicht als Zuschauer am Rande des Globus, sondern ist ein entscheidender Treiber: Denn – so sind wir von enowa überzeugt – die Digitalisierung wird analog entschieden! Deswegen haben wir stets den Menschen im Blick – denn nur, wenn er als Beifahrer ins Auto geholt wird, ist die Straße frei für die Erfolgsstory des autonomen Fahrens!

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